Die richtigen Schritte zur professionellen Fassadendämmung

Inhaltsverzeichnis

In folgender Reihenfolge sollte vorgegangen werden:

  1. Grundierung
  2. Sockelbereich
    1. Abdichtung durch Bitumenanstrich
    2. Perimeterkleber
    3. Perimeterdämmung
  3. Sockelprofil
  4. Fassadendämmplatten
    1. Wärmeleitgruppe (WLG) beachten (Für den richtigen Dämmwert)
    2. Die richtige Auswahl von Fassadendämmplatten treffen
    3. Den passenden Kleber auswählen
    4. Den passenden Schlagdübel auswählen
  5. Anputzleisten
  6. Dämmung an Fenstern und Türen
  7. Armierungsmörtel und -gewebe
  8. Gewebeeckwinkel
  9. Putzgrund
  10. Mineralischer Putz
  11. Fassadenfarbe
  1. Grundierung
    Vor der Verwendung der Grundierung (auch Haftgrund oder Tiefengrund genannt) muss zu aller erst darauf geachtet werden, dass der Untergrund trocken und frei von Staub, Öl, Wachs, Fett und undurchlässigen Farbanstrichen ist. Außerdem müssen alter Putz und Altanstriche, die schon bröckeln oder sandig sind, vorher entfernt werden. Tipp: Mit einem Hochdruckreiniger einfach auf die Stellen halten. Bei Bedarf werden die Fehlstellen und Unebenheiten beigeputzt.

    Anschließend wird die Grundierung aufgetragen. Sie verringert die Saugfähigkeit und erhöht die Tragfähigkeit mineralischer Untergründe.
     
  2. Sockelbereich
    1. Mit Flüssigdämmung auf Bitumenbasis werden Höhenunterschiede in der Wand ausgeglichen, Risse überbrückt und geschlossen. Das Bitumen ist wasserabweisend und schützt vor Korrosion. Die Dicke der Abdichtung beträgt dann etwa 2 mm.
    2. Für die Anbringung der Dämmstoffplatten wird Perimeterkleber verwendet. Dies ist üblicherweise ein spezieller gebrauchsfertiger Kartuschen-PU-Kleber.
    3. Die Perimeterdämmung ist hoher Feuchtigkeits- und Druckbeanspruchung ausgesetzt. Sie sollte eine Druck- und Stoßfestigkeit von mehr als 125kPa aufweisen. Desweiteren müssen diese Platten verrottungsfest sein. Bevorzugte Dämmstoffplatten sind EPS-Platten (Polystyrolhartschaum) und Schaumglasplatten. Die Perimeterdämmplatten werden üblicherweise dünner (ca. 20mm) gewählt, als die restliche Fassadendämmung. Dies wird zum einen aus optischen Gründen, zum anderen aber auch aus funktionalen Gründen (Überhang- und Abtropfkante) getan.


       
  3. Sockelprofil
    Das Sockelprofil (oder auch Sockelabschlussprofil) wird nach der Dämmstoffdicke bestimmt. Es muss waage- und fluchtgerecht ausgerichtet werden und zwischen den Profilen muss ungefähr 2-3 mm Abstand gehalten werden. Es darf nicht Stoß auf Stoß montiert werden. Für den Übergang werden Verbindungstücke verwendet. Für einen laufenden Meter Abschlussprofil benötigt man 3 Dübel. Mit dem ersten Dübel fängt man am äußersten Bohrloch an. Zum Ausrichten, falls der Untergrund nicht eben sein sollte, können Ausgleichsstücke verwendet werden.


     
  4. Fassadendämmplatten
    1. Es ist sehr wichtig die Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG) von Fassadendämmplatten zu beachten, damit der gesamte Fassaden- und Hausdämmwert nachher stimmt. Je kleiner der Dämmwert ist, desto größer ist die Wärmedämmung.
    2. Es gibt im wesentlichen zwei verschiedene Materialien aus denen Fassadendämmplatten bestehen: Mineralwolle und EPS (auch Styropor genannt). Beide haben Ihre Vor- und Nachteile, wobei 30 Jahre positive Erfahrung und die durch neuste Entwicklungen (z. B. durch BASF (NEOPOR)) immer weiter gesteigerte Effizienz für die EPS -Platten-Technik sprechen. Daher wird im folgenden in erster Linie auf dieses System eingegangen.
    3. Der Klebe- und Armierungsmörtel wird mit Wasser angeteigt und im Punkt-, Wulstverfahren auf die Platten aufgetragen. Den Kleber aber nicht in die Fugen zwischen die Dämmplatten geben. Außerdem nicht mehr Kleber anrühren, als innerhalb von 60 bis 90 Minuten verarbeitet werden kann, da dieser schnell chemisch abbindet.
    4. Die Dübellänge wird nach Beschaffenheit des Untergrunds und je nach Dämmstoffdicke bestimmt. Es werden in der Regel etwa 5-6 cm längere Dübel genommen, als die Dämmung dick ist. Zur Montage müssen je Platte (0,5m²) etwa drei Dämmstoffhalter eingeplant werden.
       


  5. Anputzleisten
    Für den Anschluss an Fenster und Türen werden Anputzleisten (auch Apu-Leisten oder Laibungsprofile genannt) verwendet. Die Montage erfolgt vor dem Anbringen der Dämmplatten.
    Zur Montage werden die Anputzleisten zunächst auf das korrekte Maß zurechtgeschnitten. Dann wird die Abdeckfolie des Klebebandes auf der Rückseite abgezogen und die Anputzleisten (mit den Senkrechten beginnend) direkt an den Außen- und Innenflächen der Rahmenprofile aufgeklebt. Die Profile müssen so positioniert werden, dass diese Lotrecht sind und der nötige Putzauftrag erreicht wird.
    Der Untergrund muss trocken, sauber, eben, fest, tragfähig und frei von haftungsfeindlichen Substanzen sein. Fenster, Türen u. Ä. Bauteile müssen maßstabil und fachgerecht eingebaut sein, so dass Schwingungen und/oder größere Bewegungen ausgeschlossen sind.
    Anputzleisten gewährleisten sichere, saubere, schlagregendichte und dauerelastische Putzanschlüsse.
     
  6. Dämmung an Fenstern und Türen
    Auch die Tür- und Fensterlaibungen müssen gedämmt werden. Üblicherweise werden Styropordicken von 20-30mm verwendet.
     
  7. Armierungsmörtel und -gewebe
    Die trockene Masse wird anfangs mit einer abgemessenen Menge Wasser (Steht auf der Verpackung) vermischt, bis eine gleichmäßige Masse ohne Klumpen entsteht. Nun sollte man den Mörtel mit einer Stärke von 2-3 mm auf der Oberfläche der Fassadendämmplatten glatt und gleichmäßig auftragen. Auf dem frisch aufgetragenen Mörtel wird dann das Armierungsgewebe mit einer Überlappung von 8-10 cm an den Stößen aufgelegt. Danach kommt die zweite Schicht mit Mörtel mit einer Stärke von ca. 1- 2 mm über das Ganze. Am Ende müssen die Stellen glatt verrieben sein und das Armierungsgewebe darf nicht mehr sichtbar sein. Das Gewebe dient dazu, dass im Laufe der Zeit keine Risse im Putz entstehen.


     
  8. Gewebeeckwinkel
    Gewebeeckwinkel dienen zur Verstärkung von Ecken und sorgen dafür, dass die Ecken lot- und fluchtgerecht sind. Nach den Dämmarbeiten werden an alle Gebäudeecken sowie im Bereich der Fenster und Türen die Gewebeeckwinkel mit Hilfe einiger Fixierpunkte (Ansetzmörtel oder Armierungsspachtel) fluchtgerecht angebracht. Anschließend wird das Armierungsgewebe über den Gewebeeckwinkel überdeckend eingespachtelt.


     
  9. Putzgrund
    Damit der Putz entsprechend haftet, muss der Untergrund entsprechend beschaffen sein. Grundsätzlich muss der Putzgrund staubfrei und sauber sein. Ein guter Putzgrund sind raue Oberflächen mit mittlerer Saugfähigkeit. Stark saugende Untergründe müssen mit Wasser vorgenässt oder mit einem Haftanstrich versehen werden.
     
  10. Mineralischer Putz
    Als mineralischen Putz (auch Edelputz genannt) werden weiß oder farbig eingefärbte Oberputze bezeichnet. Hohe Luftfeuchtigkeit und niedrige Temperaturen können den Abbindeprozess stören, was zu Farbtonunterschieden und Ausblühungen führen kann. Das gleiche Problem tritt bei Regen auf der frisch verputzten Fassade auf.


     
  11. Fassadenfarbe
    Damit eine optisch einwandfreie, gleichmäßig farbige Fassade entsteht, muss auf den Putz ein Egalisationsanstrich bzw. Fassadenfarbe aufgetragen werden. Der Egalisationsanstrich ist eine "Ausgleichsfarbe". Damit werden optische Unregelmäßigkeiten bei einer farbigen Edelputz-Fassade ausgeglichen. Ein Egalisationsanstrich muss auf den Edelputz abgestimmt sein und darf erst dann aufgebracht werden, wenn dieser gut abgetrocknet ist. Egalisationsanstriche werden meist bei weißen oder eingefärbten Fertigputzen verwendet. Bei Trockenputzen wird häufig eine weiße oder eingefärbte Fassadenfarbe verwendet, die es auf Silikon, Silikat oder Acrylatbasis gibt.

Download

Hier können Sie die Anleitung als PDF herunterladen.

Anleitung  


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